Das Leben einer Depression - eine Metapher

Das Leben einer Depression - eine Metapher

Depressionen haben verschiedene Schweregrade, viele Bezeichnungen und noch mehr Gesichter. Jeder Mensch, der unter Depressionen leidet, nimmt sie anders wahr.

Der folgende Text ist mit Hilfe eines Betroffenen entstanden. Er vermittelt einen sehr guten Eindruck in die Wahrnehmung und Gefühlswelt derjenigen, die mit Depressionen leben.

Du stehst in einem dunklen Raum, es ist kalt, einsam und eng. Es fehlt an Platz zum Atmen und die Sehnsucht nach dem Meer wird groß, dessen unendliche Weite unerreichbar scheint. Atmen. Du hältst die Luft an. Der Druck wächst, die Enge will dich fast zum Platzen bringen, was dich umgibt wird unerträglich. Luft.

Du bist allein.

Nichts und niemand scheint dich hier raus zu holen. Gefangen in die selbst hängst du ausgeliefert den immer gleichen Gedanken nach. Drehst dich im Kreis. Kannst es nicht abschütteln. Ratlosigkeit. Gesicht zur Wand. Ein Raum ohne Türen hat keinen Notausgang. Rettungsschirm Ablenkung. Rausgehen, Weggehen. Spaß wird schwer. Ein Tropfen Alkohol oder ein Fass. Manchmal hilft es. Doch schnell verfliegt die trügerische Leichtigkeit des Hochprozentigen und weicht dem bitteren Geschmack der tristen Realität. Wie ein morscher Baum ragt dein Leben empor aus zugesponnenem Gebüsch. Einsamkeit. Leise spielt die schwere Musik eines endenden Dramas, doch das Gefühl bleibt. Leere – in einem Raum ohne Türen.

Endlosschleife. Ein übler Traum ist wahr geworden. Du wachst nicht auf. Kampf. Doch schnell weicht die Wut der Kraftlosigkeit, Lethargie macht sich breit, Mutlosigkeit zieht ein. Ausweglos. Kannst du dich erinnern? Wie es war? Vorher? Keine Erinnerung. Nur Fetzen, die in unerreichbarer Entfernung vorbeifliegen und verschwinden, als wären sie nicht dagewesen. Stille. Doch, es gibt sie, die Lösung. Und du findest sie. Immer wieder. Wie kann man sie festhalten?

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